Welche Plattform ist die richtige für mein Unternehmen?

Eine eigene Präsenz in den sozialen Netzwerken wird für viele kleine und mittelständische Unternehmen immer wichtiger. Für jeden Dritten ist ein Leben ohne Social Media mittlerweile unvorstellbar. Unter den 14 bis 29-Jährigen stimmt dem sogar jede/r Zweite zu (Quelle). Trotzdem sollten Unternehmen nicht blind Konten auf allen sozialen Netzwerken einrichten. Einige wichtige Fragen müssen unbedingt vorher beantwortet werden.

In welchem Netzwerk verbringt meine Zielgruppe die meiste Zeit?  

Jeder Unternehmer und jede Unternehmerin weiß, dass ein extensives Wissen über die Zielgruppe des Unternehmens unentbehrlich ist. Das Gleiche gilt auch für die sozialen Netzwerke. Wer an der Zielgruppe vorbei redet, wird in den sozialen Netzwerken keinen Erfolg haben. Der Digitalverband Bitkom hat in einer Studie aus diesem Jahr aufgeschlüsselt, welche Altersgruppe sich auf welchem sozialen Netzwerk bewegt:

 
 

Hier lässt sich erkennen, dass jüngere Nutzer auf vielen verschiedenen Netzwerken unterwegs sind. Will man jedoch nur sie ansprechen, sollte man sich mit Instagram und Snapchat beschäftigen. Facebook ist die Allround-Plattform, hier lässt die Aktivität der jüngsten Nutzergruppe nach und die 30 bis 64-Jährigen entdecken die Plattform für sich.

Je nach Zielgruppe macht es für das Unternehmen Sinn, auf einer oder mehreren Plattformen aktiv zu sein. In unserem Arbeitsalltag analysieren wir dafür die Bedürfnisse des Unternehmens und die der Zielgruppe, um abschließend eine Empfehlung abzugeben, mit der sich unsere Kunden wohlfühlen und die die Zielgruppe auf dem besten Weg anspricht.

Das sind die beliebtesten Netzwerke (Zahlen Stand Jan. 2018, Quelle)

  • Facebook (2. Milliarden aktive Nutzer)

  • Youtube (1,5 Milliarden)

  • WeChat (China, 980 Millionen)

  • Instagram (800 Millionen

  • Twitter (330 Millionen)

  • LinkedIn (260 Millionen)

  • Snapchat (255 Millionen)

  • Pinterest (200 Millionen, wächst am stärksten)

  • Xing (13 Millionen im deutschsprachigen Raum, Nov. 2017 )

Nutzerzahlen von sozialen Netzwerken werden in MAU (=monthly active user) gezählt. So werden Nutzer ausgesiebt, die sich z.B. nur einen Account angelegt haben, diesen aber nicht nutzen. Gezählt wird, wer mindestens einmal pro Monat auf der Plattform aktiv ist, also Nachrichten schreibt, postet oder Ähnliches.

Wo kann ich mein Produkt oder meine Dienstleistung am besten präsentieren?

Visuelle Impulse funktionieren in sozialen Netzwerken besser als reine Texte. Aber natürlich sind Dienstleistungen grundsätzlich deutlich schwerer bildlich darzustellen als Produkte. Diese Herausforderung kann auch die Entscheidung für das eine und gegen das andere Netzwerk bedeuten.

 
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Der Laden und Online-Shop “Kauf Dich Glücklich publiziert in seiner sehr erfolgreichen Instagram-Präsenz des Unternehmens regelmäßig Produkte, die ansprechend in Szene gesetzt und professionell fotografiert wurden. Für Unternehmen, die Dienstleistungen anbieten, ist das jedoch deutlich schwieriger. Den Geschäftsführern fällt es leicht, Instagram regelmäßig zu bedienen, weil sie Zugang zu professionell produziertem Fotomaterial haben. Und die sehr visuell geprägte Plattform bietet einen guten Rahmen für die Produkte.

Für die BVG bietet sich wiederum Twitter als Plattform an. Das städtische Dienstleistungsunternehmen kümmert sich in Berlin um den Öffentlichen Personennahverkehr. Eine Dienstleistung, die deutlich schwerer in Bildern zusammenzufassen ist. Auf der textbasierten Plattform Twitter hingegen können die Mitarbeiter der BVG-Kampagne ihre ganze Schlagfertigkeit ausspielen und politische Themen kommentieren, was regelmäßig zu viralen Postings mit teilweise traumhaften Reichweiten führt. So wie hier, nach der Rede des Grünen-Politikers im Bundestag:

Beide Unternehmen haben das für sie passende Netzwerk ausgewählt und sind damit sehr erfolgreich. So sollte jedes Unternehmen seine Möglichkeiten ausloten, um sich optimal platzieren zu können. Welches Netzwerk letztendlich ausgewählt wird, hängt aber auch von der Zielsetzung ab.

Was möchte ich mit meiner Präsenz in den sozialen Netzwerken erreichen?

Was Unternehmen in den sozialen Netzwerken erreichen wollen, variiert stark. Wichtig ist jedoch von vorneherein festzulegen, was mit der Präsenz in einem sozialen Netzwerk erreicht werden soll. Das bündelt Kapazitäten, fokussiert die Arbeit der Social Media Betreuer und stellt sicher, dass die richtigen Leute angesprochen werden.

Mögliche Ziele sind zum Beispiel:

  • Es sollen neue Mitarbeiter angesprochen werden

  • Der Traffic auf die Webseite des Unternehmens soll erhöht werden

  • Der Kanal soll das Branding des Unternehmens unterstützen

  • Kundenbindung bzw. Neukundengewinnung

Um neue Mitarbeiter zu werben, könnte das Unternehmen zum Beispiel eine Instagram-Präsenz aufbauen, auf der durch Bilder und Videos die Unternehmenskultur dargestellt wird. Eine effektive Plattform, um den Webseiten Traffic zu erhöhen, ist beispielsweise Pinterest usw.

Sollen mehrere Ziele erreicht werden lohnt sich, darüber nachzudenken, ob vielleicht zwei Plattformen mit je unterschiedlichen Zielsetzungen betreut werden können (bspw. Facebook für Branding und Instagram für die Mitarbeiterwerbung). Aber nicht immer reichen die Kapazitäten aus, um zwei Kanäle gleichzeitig zu unterhalten.

Kann ich mit meinen aktuellen Kapazitäten meine Social Media Konten regelmäßig und zuverlässig bedienen?

Nichts schreckt potenzielle Kunden im Web mehr ab, als ein vernachlässigtes Social Media Konto. Man stolpert regelmäßig darüber: Der letzte Post ist vor Monaten publiziert worden, die Informationen über das Unternehmen sind unvollständig oder fehlerhaft, auf Kundenfragen wurde nicht reagiert… Um das zu vermeiden, sollten insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen darauf achten, dass sie auch wirklich nur die Kanäle bedienen, für die sie Kapazitäten haben. Das ist nicht zu unterschätzen: Auf Facebook beispielsweise sollte mindestens einmal pro Woche etwas gepostet werden (am besten funktioniert Bild- oder Videomaterial), und Kunden erwarten innerhalb von 24 Stunden eine Rückmeldung auf ihre Anfragen. Auf Twitter und Instagram muss die Postfrequenz sogar noch höher liegen.

Grundsätzlich gilt: Lieber ein soziales Netzwerk zuverlässig und hochwertig betreuen, als drei Präsenzen in unterschiedlichen Netzwerken vernachlässigen.