How to Podcast - Erste Schritte von der Technik bis zur Veröffentlichung

Podcasts sind gerade der Rising Star am Medienhimmel. Hier kannst du dich als Expert*in positionieren und eine Community aufbauen. Dass dieser Ansatz funktionieren kann, zeigt die Spot On Podcast Studie der AS&S Radio GmbH. In nahezu jeder Altersgruppe finden Podcasts großen Anklang. Zudem sind Podcast-Hörer*innen gebildet und verfügen über ein hohes Haushaltsnettoeinkommen. Sie sind technikaffin, trendbewusst und vor allem sind sie loyale Konsument*innen, was sie zur idealen Zielgruppe macht.
Trotz der mittlerweile unzähligen Podcasts in den Mediatheken ist es nicht zu spät einzusteigen. Wer Podcasts als Reputationsmarketing versteht, hat auf jeden Fall gute Chancen als Unternehmen davon zu profitieren. Mit dem passenden Konzept findet jeder gute Podcast seine Nische!

Natürlich braucht es erst einmal die zündende Idee, ein Konzept. Du kannst über Finanzen reden, über Federball oder Häkeltechniken. Sprichst du allein, führst du ein Interview mit wechselnden Gästen oder seid ihr zwei Typen, die einfach nur rumblödeln und sich über ihre Leidenschaft austauschen? Die Podcast-Welt steht dir offen, aber entscheide dich für ein Konzept und halte daran fest. Konsistenz ist der Schlüssel zum ewigen Ruhm. Jeder erfolgreiche Podcast stützt sich auf wiederkehrende Abläufe, Rubriken und Kategorien. Damit keine Langeweile aufkommt, darfst du dich an den Inhalten austoben. Hier kannst du kreativ sein und den Mehrwert erzeugen.
Am Ende stellt sich dann immer die Frage: Würdest zur nächsten Folge wieder einschalten?

Die richtige Technik für deinen Podcast

Die Frage nach dem richtigen Mikrofon ist sicher eine der ersten, wenn du ans Podcasten denkst. Falls nicht, dann solltest du jetzt darüber nachdenken. Denn schlechter Sound wird nur schwer verziehen, egal wie informativ dein Podcast ist.
Nun gibt es nicht das eine, richtige Equipment. So unterschiedlich jedes Podcast-Format ist, so unterscheiden sich auch die Anforderung an die jeweilige Aufnahmetechnik. Zum Beispiel: Unterhalten sich zwei Personen im gleichen Raum, wird ein zentrales Mikrofon nicht ausreichen. Entweder befinden sich beide Sprecher*innen in relativ großer Entfernung zum Mikrofon, wodurch ein halliger Sound entsteht und Umgebungsgeräusche deutlich mit aufgenommen werden. Oder die Redner*innen sitzen sich so unangenehm nah gegenüber, dass ein flüssiges Gespräch unmöglich erscheint. In der Regel ist ein eigenes Tischmikrofon pro Sprecher*in empfehlenswert.

Das Auna MIC-900B USB ist preislich für ziemlich jede*n angehende*n Podcaster*in erschwinglich und liefert für etwa 80 € eine saubere Klangqualität. Zudem ist es kinderleicht einzurichten. Einfach in den USB-Schlitz des Computer stecken und loslegen.

Möchtest du mobiler sein und dich frei im Raum bewegen während du aufnimmst, ist das Rode SmartLav+ eine gute Option. Knapp 50 € kostet das Ansteck-Mikro. Auch hier ist die Einrichtung super easy. Es wird einfach mit der Kopfhörer-Buchse deines Smartphones verbunden. Die Aufnahme steuerst du dann über dein Mobiltelefon.

Generell solltest du bei der Wahl des Aufnahmeortes auf Umgebungsgeräusche achten. Die vierspurige Hauptstraße oder der Kinderspielplatz vor dem offenen Fenster werden sich spätestens im Schnitt als störend erweisen. Achte also im Vorfeld auf die besten Voraussetzungen um in der Nachbereitung Zeit und Nerven zu sparen.

Sounddesign leicht gemacht

Bei der Software sind deine Vorkenntnisse entscheidend. Sicher hast du den Anspruch das bestmögliche Ergebnis zu präsentieren. Doch wer hat schon die Zeit und Inspiration sich die Welt des Sounddesigns zu erschließen? Es geht jedenfalls einfacher.

Audacity ist ein kostenloses Programm, mit dem sich sowohl Aufnahme, als auch Schnitt realisieren lassen.

Professioneller wird es dann mit einer Digital Audio Workstation. Bekannte Programm sind zum Beispiel Logic für ca. 250 € oder Ultraschall als Erweiterung von REAPER für 60 €. Diese Programme sind in der Anschaffung nicht ganz günstig und in der Handhabung weitaus komplizierter als Audacity. Wer allerdings Vorkenntnisse hat, dem und der eröffnen sich mit professionellen Programmen alle Möglichkeiten um den perfekten Podcast abzumischen.

Den ganz einfachen Weg geht man mit dem Online-Dienst Auphonic. Hier lädst du dein Audio-File hoch und das Internet erledigt den Rest. Das ist die Magie der Zukunft.

Den Ton für deinen Podcast schneiden

Bei der Bearbeitung gilt es ein paar Grundregeln zu beachten. Zunächst sei gesagt: Schneiden ist erlaubt. Ähms, Öhms und Verhaspler dürfen entfernt werden. Doch der beste Schnitt ist ein unsichtbarer bzw. ein unhörbarer. Wähle die richtige Stelle zum Schneiden sorgfältig aus. Die Mühe wird sich am Ende lohnen und aus dem anfänglich Herumprobieren wird schnell Routine.

Mach dir das Editing schon während der Aufnahme leicht. Falle deinem Gegenüber so selten wie möglich ins Wort. Auch bestätigendes Kopfnicken sollte akustisch nicht untermauert werden. Was im natürlichen Gespräch völlig normal ist, irritiert den Zuhörer womöglich. Wichtig ist es, den natürlichen Sprechrhythmus nicht zu stören.

Dann solltest du das Grundrauschen entfernen. Dieser Geräuschteppich, der an den leisen Stellen deiner Audiospur besonders deutlich klingt, wird nämlich oft als störend empfunden. Das machst du mit speziellen Plug-Ins, die in vielen Programmen bereits vorinstalliert sind. Youtube ist oft eine große Hilfe dabei. Hier findest du zu fast jedem Problem ein Erklärvideo.

Mit einem Equalizer kannst du noch die tiefen und hohen Frequenzen aus deiner Stimme filtern. Tiefe Töne sind meist nur Rumpler am Tisch oder am Mikrofon. Sie tragen deine Stimme nicht und können gerne weg. Auch die hohen Töne sind eher störend, zischende S-Laute zum Beispiel. Je nach Mikrofon ist es eventuell sinnvoll, die Mitten etwas anzuheben.

Mit Kompressoren kannst du, wie der Name bereits verrät, deine Stimme komprimieren und die Lautstärke im Anschluss weiter anheben ohne zu übersteuern. Denn lautere Töne werden bei gleicher Qualität subjektiv als besser empfunden. Hier geht’s aber schon sehr ins Detail.

Wie kommt mein Podcast auf Spotify, Apple Podcasts und Google Play?

Wie kommt der fertige Podcast nun zu Spotify & Co.? Das ist seit kurzem relativ einfach. Der Online-Dienst Podigee ist beispielsweise ein europäischer Hoster für Podcasts. Er kooperiert mit Spotify und Apple Music. Das bedeutet, du legst dir bei Podigee einen Account an, lädst deinen Podcast hoch und Podigee erledigt den Rest. Bei Spotify erscheint dein Podcast meist innerhalb weniger Minuten, während Apple schon einige Tage dafür braucht. Plattformen wie Soundcloud sind sicher auch eine Alternative. Doch hier lässt sich dein Podcast nicht abonnieren und die eingespielte Werbung nervt jede*n Nicht-Premium-Kund*in. Werbung, für die du übrigens kein Geld siehst. Wenn deine Einschaltquoten einmal stimmen, kannst du dich an Vermarktungsnetzwerke wie Podstars wenden. Diese helfen dir Werbung zu schalten, an der auch du verdienst. Bis dahin ist es aber ein weiter Weg der vor allem Geduld, Durchhaltevermögen und eine treue Community erfordert.

Fabian Gieske